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Wilde Einwanderungen und blinde Integration
(Pierre Chassard)
Wenn die industriell-kommerzielle Hypervernunft zur massiven Einführung von fremden Bevölkerungen innerhalb einer eingeborenen Bevölkerung führt, um über billige Arbeitskräfte zu verfügen, wenn die politische Unvernunft die Grenzen des Landes für wilde Einwanderungen offen läßt und zu integrativen Vermischungen antreibt, wenn also die ideologisch-religiöse Vernunftlosigkeit diese Handlungen unterstützt, dann muß man sich fragen, welche Konsequenzen über kurz oder lang
für das Wirtsvolk daraus folgen werden. Werden sie für es, was seine biologische
und kulturelle Identität betrifft, vorteilhaft oder unheilvoll sein? Werden sie, wie die einen es behaupten, in besonderer Weise bereichernd sein oder, wie die anderen argumentativ zeigen, zerstörend wirken? Stellen wir diese Fragen, selbst wenn die heutigen Vordenker des universalistischen Indifferentialismus propagieren, daß das Gute die planetarische Panmixie ist und das Böse die Erhaltung der natürlichen Differenzen.
Wenn ein wenig erfahrenes Auge auf Menschen gerichtet ist, die von rassisch verschiedenen Eltern stammen,  fällt ihm sofort diese Tatsache auf: Sie stehen durch ihre sichtbaren Merkmale im ganzen zwischen den Typen, von denen sie abstammen. Dieser phänotypische Zwischenstand besteht aus elterlichen Merkmalen, die oft weniger deutlich und scheinbar unordentlich zusammengesetzt sind. Von ihrem zusammengesetzten und zwiespältigen Erscheinungsbild hat man meistens das unangenehme Gefühl eines Bruchs der ursprünglichen Einheiten und einer plötzlichen Neuzusammensetzung von disparaten und fremden Elementen ohne Logik und Har-
monie:  Der Mischling ist um so unharmonischer, das heißt häßlicher, desto mehr die elterlichen Typen voneinander physisch und psychologisch, auf allen Gebieten diver-
gieren. Die Bastardierung vereinigt in der Tat disharmonisch zum Beispiel die kurzen Beine und den langen Rumpf, die Weichheit des Charakters und die Männlichkeit des Körpers, den Prognathismus des Gesichts und die Leukodermie der Haut.(1)
Durch eine weniger ausdruckvolle, auf jeden Fall stark reduzierende Formulierung,
drückt der Wissenschaftler dieselbe  Tatsache aus, wenn er erklärt, daß die Hybrida-
tion von Spezies und die Bastardierung von Rassen generell eine Wirkung haben, die genotypisch auflösend und phänotypisch desadaptierend ist. Nach Auflösung des ‚Genkomplexes‘ — der
„Einheit des Genotyps“ nach Mayr (2) —, der unter natürlichen Bedingungen gebildet wurde, schafft die scheinbar aleatorische Umverteilung von fremden entsprechenden Genen eine Art Disharmonie, die symmetrisch oder asymmetrisch nach den Gendominanzen und —rezessivitäten zwischen beiden Erzeugern liegt. Diese unharmonische Wiederverteilung zieht oft bei den Nachfahren die Verminderung und sogar eventuell das Verschwinden von gewissen Merkmalen oder Fähigkeiten mit sich, die einer der Elternteile besitzt (3). Auf der Hand liegt folglich für die eine Seite der evidente Nachteil einer Kreuzung mit denjenigen, die, gemäß dem farbigen Schriftsteller Aimé Cesaire, „nie etwas erfunden, nie etwas geforscht haben“ (4) — nämlich für diejenigen, die ihrerseits alles erfunden, alles erforscht haben.
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›Le Dessinateur à l’ADN et Le Couple‹. Zeichnung von Pierre-Yves Trémois


Die heutige Wissenschaft bestätigt uneingeschränkt  die Ergebnisse der berühmten Studie von Fischer (5)  über die Bastarde von Rehoboth, in Südafrika, die sich aller-
dings nicht in der Sprache der Genetik, sondern der Anatomie, der Physiologie, der Psychologie, der Pathologie, der Soziologie und der Kultur ausdrückte. Sie bleibt musterhaft, denn sie betrachtet wirkliche Menschen unter wirklichen Lebensbedin-
gungen, anstatt spekulativ zu sein. Sie zeigt, daß die Nachfahren von deutsch-holländischen Nordleuten und Hottentotten, die sich untereinander während Gene-
rationen gekreuzt hatten und von denen man die Stammfolge schildern konnte, im allgemeinen intermediär zwischen den weißen und schwarzen Extremen waren. Die individuellen anthropologischen Merkmale der konstitutiven Rassen mischten sich wieder mit der größten Varietät, ohne daß sie je eine neue homogene Rasse mit eigenen Zügen bilden konnten. Diese gemischte Bevölkerung, die eine autonome Gruppierung in einem eigenen Raum, aber unter allen Gruppierungen gemeinsamen Klima bildete, stand rangmäßig zwischen den beiden nicht gemischten Bevölke-
rungen, wie einem intermediären und eigenen Determinismus unterworfen. Die am  wenigsten physisch Enteuropäisierten waren, dank einer weniger verminderten Energie oder einer weniger starken Trägheit, sozial und wirtschaftlich an der Spitze, und die, die den Hottentotten am nächsten waren, gerieten immer mehr sozial und wirtschaftlich in die niedrigsten Schichten, wie es heute in Nordamerika der nordischen Bevölkerung gegenüber und in Südamerika der hispanischen Bevölkerung gegenüber fast immer der Fall ist.
Zu bemerken ist, was man wahrscheinlich verallgemeinern kann, daß diese Grup-
pierung, obwohl sie über eine große genetische Diversität verfügte, nie im ganzen die entsprechende weiße Gruppierung überholte, trotz gleicher Lebensbedingungen und Aktionsmöglichkeiten, das heißt, wenn es einen Abstand der hottenttotischen Grup-
pierung gegenüber gab, gab es einen noch größeren Abstand der weißen Gruppierung gegenüber. Was ein gegebenes Merkmal betrifft, wirkt daher die Bastardierung nach-
teilhaft, und zwar in Bezug auf die originelle Gruppe, die dieses Merkmal besitzt. Wie der Zwischenstand, den sie schafft, hat sie ein doppeltes Gesicht: Sie ist einiger-
maßen bereichernd für die eine, verarmend für die andere.
Das durch die Vermischung geschaffene intermediäre Erscheinungsbild der Hybri-
den tritt auch auf der Stufe der Chromosomen auf: zum  Beispiel  hat der Maulesel eine Zahl von Chromosomen, die zwischen der Chromosenzahl des Pferdes und der Chromosonenzahl des Esels liegt, wie es der Fall bei dem Bastard des Schweines und des Wildschweines ist.
Einige Biologen erkennen die einzelnen Unterschiede zwischen Rassen nur ungern an. Sie behaupten, daß die wilde Bastardierung durch den innerhalb einer Bevölke-
rung verursachten Polymorphismus eine Quelle von Selektionsvorteilen ist. In ihrem Sinne soll dieser künstlich entstandene Polymorphismus ihre Überlebenschancen unter eventuellen Veränderungen der Umweltbedingungen vervielfachen.
Es ist klar, daß der Wert dieser Theorie vom Wert der Theorie der Evolution durch die Umweltselektion von Zufallsmutationen abhängt, denn diese bestimmt die erste. Wenn aber die Umwelt auf dem phänotypischen Niveau „nicht viel regiert und beinahe alles erlaubt“ (6), indem sie nur in den extremen Fällen etwas bewirkt und die Mehrheit der Mutationen auf dem molekularen Niveau der Selektion gegenüber neutral ist (7), hat die Theorie der Selektion durch die Umwelt nur einen begrenzten Wert; daher auch die Theorie des Vorteils durch den Polymorphismus.
Man kann sich über die Theorie des polymorphischen Vorteils einige Fragen stellen. Ist die Argumentation der Theoretiker nicht zum größten Teil sophistisch ? Hat man es in diesem Fall nicht mit einer Schlußfolgerung zu tun, die ideologisch geprägt ist ?  Das scheint in der Tat so, denn es ist vorteilhafter für eine Spezies, daß sie für ihr Überleben und ihren Erfolg aus mehreren Rassen mit verschiedenen deutlichen Merk-
malen und Fähigkeiten besteht als eine Zwischenrasse mit mittelmäßigen Merkmalen und Fähigkeiten zu bilden: eine Vielheit von Rassen kann einer Vielheit von Umwel-
teinflüssen besser begegnen.
Wir nehmen zunächst zwei verschiedene, aber innerlich ‚homogene‘ Reproduk-
tionsgruppen A und C, deren Interkreuzung die polymorphe Population B mit globaler Dominanz von A erzeugt. Wenn eine selektive Umwelt, die A ungünstig ist, entsteht, werden die Komponenten, die phänotypisch der ursprünglichen Population A nahe sind, eliminiert, genau wie es die Komponenten der Reproduktionspruppe A im glei-
chen Falle sein würden. Es besteht dann in diesem Falle kein Vorteil des Polymor-
phismus dem doppelten Monomorphismus gegenüber, denn es bleibt nur die phäno-
typische Population C am Leben.



1  Dobzhansky aus Amerika, einer der wichtigsten Genetiker der sowjetischen Mannschaft von Schetvo-
rikow, behauptet auch, daß ein großer Teil der so geschaffenen (bei den Bastarden) genetischen Neu-
zusammensetzungen unharmonisch sei, der Umwelt schlecht angepaßt, und daß sie durch die Selektion eliminiert werden. Siehe:
Die genetischen Grundlagen der Artbildung, Gustav Fischer, Jena, 1939.
2  E. Mayr, Animal Species and Evolution, Belknap Press of Harvard Univ.Press, Cambridge (Mass.), 1963.
3  W. M. Shields: ›Optimal Inbreeding and the Evolution of Philopatry‹. In: Mate Choice, Cambridge University Press, Cambridge, 1983.
4   A. Cesaire, Cahier d'un retour au pays natal, Editions Présence africaine, Paris, 1971.
5   E. Fischer, Die Rehoboter Bastards und das Bastardierungsproblem beim Menschen, Gustav Fischer, Jena, 1913.
6  R. Chauvin, La biologie de l'esprit, Editions du Rocher, Monaco, 1985.
7  M. Kimura, Die Neutralitätstheorie der molekularen Evolution, Paul Parey, Berlin und Hamburg, 1987.
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