banner_adler_standard.jpg

 
Der fremdartige Einschlag des Judäochristentums
(Guillaume Faye)
Die Einführung des Judäochristentums nach Europa bedeutete einen fremdartigen Einschlag, einen kulturellen Umbruch in einem bis dahin pantheistisch, polytheistisch geprägten Kontinent. Von daher kommt jene kulturell-geistige Bewußtseinsspaltung, der man auf Schritt und Tritt begegnet: einerseits ein christlich durchsetztes Bewußt-
sein, egalitär und universalistisch; andererseits ein heidnisches Bewußtsein, das partikularistisch denkt. In Europa entstand und entwickelte sich die wissenschaftliche Denkweise gegen den jüdisch-christlichen Geist, also in Anlehnung an das Heidentum. Dagegen befinden sich die politischen Ideologien (Egalitarismus, Kosmopolitismus, Fortschrittsglaube, Individualismus) vollkommen im Fahrwasser der jüdisch-christli-
chen Geistesart. Die marxistischen Postulate zum Beispiel, die bei den politischen Linken weiterhin herumgeistern (auch nach dem Ende des historischen, etablierten Kommu-
nismus) sind nichts anderes als eine Verweltlichung der jüdisch-christlichen Heils-
verheißungen. Desgleichen bekennen sich der amerikanische Herrschaftsanspruch und
sein ›humanitär‹ motivierter Interventionismus wie auch das amerikanische, kauf-
männische Gesellschaftsmodell zur protestantischen Lesart des Judäochristentums.
Dabei muß man allerdings hervorheben, daß das Judentum (das nicht vom paulinischen Schisma berührt wurde) nie universalistisch noch kosmopolitisch dachte, da im Judentum das gemeinschaftliche Gebot des ›auserwählten Volkes‹ schon immer über jede andere Überlegung die Oberhand behielt. Der traditionelle Katholizismus, welcher im Mittelalter Gestalt annahm, zeugt jedoch von einer gewissen Akklimatisierung, einer gewissen
›Paganisierung‹ des Judäochristentums: In diesem Sinne ist er fester ― wenn auch keineswegs ausschließlicher ― Bestandteil der europäischen Tradition.
In der Tat ist das Heidentum in Kunst, Kultur, Philosophie, in den Geistesverfassungen und im Volksbrauch überall in Europa vorhanden und lebendig. Desgleichen darf man die Christianisierung Europas nicht mit der gegenwärtigen Eroberungskolonisation durch den Islam vergleichen, denn das (europäische) Christentum wurde von den Europäern selbst
auf der Grundlage fremder Quellen erarbeitet, während der Islam ― der eine weitaus schlimmere Bedrohung darstellt als selbst die Amerikanisierung! ― sich als Ganzes, in Bausch und Bogen aufoktroyiert, ohne die Möglichkeit einer ›Akklimatisierung‹,
und zwar, als eine der europäischen Vorstellungswelt und den europäischen Sitten vollkommen gegensätzliche, ja todfeindlich gesonnene Welt- und Gesellschafts-
auffassung.
Dabei stellt das aus dem 2. Vatikanischen Konzil hervorgegangene Christentum, das
einer Rückkehr zu den biblischen Wurzeln des Frühchristentums gleichkommt, einen
Bruch mit der ›heidnisch-christlichen‹ Kompromißlösung dar. Dieser Bruch leitet darüber hinaus eine Verschiebung der religiösen Dogmen des Christentums in die weltliche Sphäre ein, d. h. eine Politisierung seiner geistlichen Voraussetzungen, was längerfristig einen Zusammenbruch der katholischen Religionspraxis nach sich ziehen mußte. Denn dieses 1962–65  beschlossene Neu-Christentum wandte sich von seiner heiligen Sprache, dem Lateinischen, ab (während der Islam sich nie von seiner heiligen Sprache, dem klas-
sischen Arabischen, trennte!), erlag dem Sirenengesang der ›Modernität‹ und verlor
jene Sakralität, die bisher aus einer urwüchsigen, unterschwelligen, ja unbewußten
Energie hervorgebrochen war. In Wirklichkeit kehrte es aber zurück zu den uneuro-
päischen, radikal egalitaristischen Quellen der Urkirche, also des Urchristentums. Das Ergebnis war ein Rückfall in den Atheismus schlechthin, wie die Schriften der modernen katholischen Theologen über Gebühr zeigen.
Die Kirchen sehen heute wie Postämter aus und haben mit den herkömmlichen Müns-
tern oder Domen, die unsere Städte zieren, nicht das geringste mehr gemein. Amtli-
che Prälate reden wie Gewerkschaftsfunktionäre. Indem es den heidnischen Teil seiner Sakralität vergaß, den Heiligenkult und die Jungfrau Maria über Bord warf, zerstörte das offizielle Christentum des 2. Vatikanischen Konzils seine eigentlich religiöse, d. h. verbindende Funktion und stellte sich bloß als eine objektiv dem Schicksal der euro-
päischen Völker abträgliche Ideologie dar. Der Vergleich mit dem Urchristentum liegt
nahe, das sich als eine Protestbewegung gegen den römischen Patriotismus verstand
― bis zum Aggiornamento des 4. Jahrhunderts.
Beweise gibt es in Hülle und Fülle: die Duldsamkeit der offiziellen Kirche, die ›ökume-
nisch‹ sein will, gegenüber den Fortschritten des Islams, die systematische Ausrichtung
der kirchlichen Hierarchie auf trotzkistische Positionen, ihre ständige Förderung des Ethnomasochismus sowie ihre nahezu perfekte Abstimmung mit der ›politischen Korrekt-
heit‹ der intellektuellen Klasse und der Massenmedien, wobei alle der heuchlerischen Religion der ›Menschenrechte‹ huldigen. In Osteuropa hört die orthodoxe Kirche glücklicherweise nicht auf diesen Sirenengesang. Mit anderen Worten: Die katholische Kirche ist dabei, Selbstmord zu begehen. Doch sie wird die wahre Seele der europäischen Völker nicht mit in den Tod reißen.
Warum? Weil die postkonziliare Kirche sich von dem, was das Volk für heilig hält,
restlos getrennt hat. Sie hat auch dem religiösen Unterbewußtsein der europäischen
Völker den Rücken gekehrt. Daß ihr heute die Schäfchen scharenweise davonlaufen, ist
ein untrügliches Zeichen dafür. Auch Werbestrategien (wie die ›Weltjugendtage‹) werden nichts daran ändern: Die Kirche verurteilt sich selbst, eine Sekte unter vielen zu sein,
die vom heißen Wind des Islams hinweggefegt werden wird.
Wie sollten demnach diejenigen handeln, die willens sind, Widerstand zu leisten? Die Antwort lautet: Ein historischer Kompromiß ist zwischen den echten Heiden und den-
jenigen katholischen oder orthodoxen Gläubigen, die das traditionell europäische Christentum weiterhin praktizieren, selbstverständlich möglich. Gegen die heutigen Anfechtungen, denen wir ausgesetzt sind, wird nämlich kein Widerstand möglich sein
ohne den Rückgriff auf etwas, das ich in Ermangelung einer besseren Bezeichnung ›die heidnische Seele‹ nennen möchte, eine Seele, die sich zu zwei verbündeten, unbesieg-
baren Gottheiten bekennt:
Apollo und Dionysos. So konnte Pierre Vial schreiben: „Eu-
ropa lebte recht oder schlecht 2000 Jahre lang mit dem Christentum. Das sollte man
nie vergessen, nie ausradieren. Es ist Bestandteil eines Erbes, unseres Erbes, und wir müssen es übernehmen wie alle anderen Bestandteile auch: diejenigen, die uns anspre-
chen, und diejenigen, die uns weniger ansprechen!“
Anders ausgedrückt: Ein wasch-
echter Heide wird sich immer dagegen stemmen, daß ein Minarett einen Kirchturm verdrängt. Ein Würdenträger der offiziellen Kirche wird damit einverstanden sein!


(Aus: Guillaume Faye, Wofür wir kämpfen. Manifest des europäischen Widerstandes. Das metapoliti-
sche Hand- und Wörterbuch der kulturellen Revolution zur Neugeburt Europas,
2006)
wotan1.tif
balken_breit_1bis.tif